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MARION GRÄFIN DÖNHOFF-JOURNALISTENSTIPENDIUM|Deutsch-Osteuropäisches Journalistenstipendium

Programmbeschreibung

Das Deutsch-Osteuropäische Journalistenstipendium wurde 2001 gegründet. Es ermöglicht jährlich bis zu acht osteuropäischen und bis zu acht deutschen Journalisten die Gelegenheit zu einem zweimonatigen Arbeitsaufenthalt im anderen Land. Die Stipendiaten arbeiten als Gast in einem russisch- bzw. polnischsprachigen Medium ihrer Wahl und recherchieren gleichzeitig Themen für ihre Heimatmedien. Die Austauschländer sind Polen, Russland, die Ukraine, Weißrussland, Georgien, Armenien und Aserbaidschan.

Die Teilnehmer des Deutsch-Osteuropäischen Programms 2008 mit Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder
Die Teilnehmer des Deutsch-Osteuropäischen Programms 2008 mit Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder

Grundgedanke des Marion Gräfin Dönhoff-Journalistenstipendiums ist der internationale Austausch zwischen Medien und Meinungsmachern. Marion Gräfin Dönhoff (02.12.1909 - 11.03.2002), langjährige Herausgeberin der ZEIT, hat dem IJP-Programm für Osteuropa ihren Namen gegeben. Die ZEIT-Stiftung gehört zu den Förderern des Stipendienprogramms.

Die Stipendiaten aus Deutschland erhalten die Möglichkeit, sich mit den Staaten der ehemaligen Sowjetunion vertraut zu machen. Während ihres Arbeitsaufenthalts sollen sie die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe einer für Deutschland wichtigen Weltregion besser einschätzen lernen sowie einen Eindruck von der dortigen Kultur und Lebensweise sowie dem dortigen Journalismus erhalten. Sie können sich vor Ort selbst ein Bild machen, wie Politiker, Oligarchen, Wirtschaftsführer oder lokale Machteliten Einfluss auf die Medien ausüben.

Umgekehrt ist der Aufenthalt für junge russischsprachige und polnische Journalisten in Deutschland auch eine große Chance: Sie sehen, wie Journalisten in einer westlichen Demokratie arbeiten. Die "Schere im Kopf" der Journalisten in der GUS funktioniert vielerorts leider noch immer. Westliche Standards im Journalismus haben sich bisher nicht durchsetzen können: Kommentar und Nachricht werden vermischt, Gefälligkeitsjournalismus ist noch weit verbreitet. Vor diesem Hintergrund kommt dem IJP-Programm für Osteuropa besondere Bedeutung zu.

Das Stipendium beginnt Ende September mit einem viertägigen Einführungsseminar in Berlin, an dem alle Stipendiaten aus Osteuropa und Deutschland teilnehmen. Unmittelbar im Anschluss an diese Tagung beginnen die Stipendiaten den zweimonatigen Arbeitsaufenthalt.

Eine Verschiebung der Praktikumszeit ist nicht möglich. Die Auswahlkommission der IJP sucht das Land und das jeweilige Gastmedium für die Stipendiaten aus. Dabei wird versucht, die Wünsche des Stipendiaten zu berücksichtigen.

Der Sinn des Programms ist ein doppelter: Zum einem sollen die Stipendiaten in den zwei Monaten als Gastredakteur in der jeweiligen Redaktion mitarbeiten. Zum anderen erwarten die IJP, dass sie für Ihre Heimatredaktion (oder andere deutsche Medien) als Korrespondent auf Zeit über ihr Gastland berichten.

Stipendienzahlung

Das Stipendium besteht aus einer einmaligen Zahlung von 3.400 Euro. Dieser Betrag ist ein Zuschuss, um die Aufwendungen für Reisekosten, Unterbringung und Verpflegung während des Auslandsaufenthaltes zu bestreiten. Ein gewisser Eigenbeitrag der Stipendiaten wird erwartet. Eine Vergütung der Arbeit vor Ort ist nicht vorgesehen.

Bewerbung

Bewerben können sich Journalisten sämtlicher Medienbereiche zwischen 23 und 35 Jahren, die als Redakteure, Reporter, Volontäre oder freie Mitarbeiter für ein deutsches Medium tätig sind. Die Bewerber sollen über gute Russisch- bzw. Polnischkenntnisse verfügen, so dass sie sich mit ihren osteuropäischen Kollegen und Interviewpartnern ohne Probleme verständigen können.

Die Bewerbungen sind bis zum 30. April 2008 einzureichen. Der schriftlichen Bewerbung beizufügen sind:

- der Bewerbungsbogen 2008 (pdf)
- ein tabellarischer Lebenslauf mit Passbild
- ein Motivationsschreiben
- ein journalistisches Gutachten des Ressortleiters oder Chefredakteurs (das zugleich die Bewerbung unterstützt und ggf. die Beurlaubung für die Zeit des Stipendiums sicherstellt und als journalistischer Tätigkeitsnachweis dient)
- maximal vier schriftliche Arbeitsproben; Fernseh- und Rundfunkjournalisten werden gebeten, keine Kassetten als Nachweis einzuschicken, sondern Textabschriften der Beiträge
- ein Nachweis über die Russisch- bzw. Polnischkenntnisse (Zeugnisse, Zertifikate etc.)
- eine Präferenzangabe für bestimmte Länder und Medien.

Die Unterlagen müssen vollständig sein. Die Auswahl erfolgt unter Ausschluss des Rechtwegs durch eine Jury anhand der Bewerbungsunterlagen bis zum 01.06.2008.

Nach der Rückkehr aus dem Ausland verpflichtet sich der Stipendiat, einen mindestens dreiseitigen Erfahrungsbericht sowie Kopien der von ihm veröffentlichten Beiträge vorzulegen.

Bewerbungsanschrift:

IJP e. V.
Marion Gräfin Dönhoff-Programm
c/o Miodrag Soric
Von-Halberg-Str. 28
53125 Bonn

Alumni

Das Programm endet nicht nach den zwei Monaten: Alle Stipendiaten sind eingeladen, sich über das Programm hinaus an den Alumni-Aktivitäten zu beteiligen.

Partnermedien

Eine Auswahl von Partnermedien in den GUS-Staaten seit 2001:
Nowaja Gazeta/Moskau, Ztg. Podrobnosti/Ekaterinburg, Ztg. Echo/Baku, Ztg. 24 Saati/Georgien, Ztg. Obschestwennoje mnenije/Saratov, TV Kamtschatka, Staatliche Fernsehanstalt Saratow, Radio Puls/Ulan Ude, Georgischer Staatsrundfunk in Kiew: Novy Kanal, INTER-TV, Ztg. Korrespondent, Segodnja, Den, Delowaja Nedelja, Zerkalo nedeli u.a.

Eine Auswahl bisheriger deutsche Partnermedien:
DIE ZEIT, Der Spiegel, Financial Times Deutschland, Rheinischer Merkur, Tagesspiegel, shz Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, General-Anzeiger Bonn, Hamburger Abendblatt, ZDF, WDR Fernsehen, Deutschlandradio u.a.

Programmpartner

Wie jedes der IJP-Programme ist auch das Marion Gräfin Dönhoff-Journalistenstipendium auf die Unterstützung durch staatliche und private Partner in ideeller und finanzieller Form angewiesen.

Hauptgeldgeber sind die ZEIT-Stiftung, die Stiftung Mercator und das Auswärtige Amt.

Die IJP danken allen Förderern für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen in das Marion Gräfin Dönhoff-Journalisten-Programm.

Fakten

» Gründung: 2001
» Zielgruppe: deutsche und osteuropäische Journalisten im Alter zwischen 23 und 35 Jahren
» Stipendium: 3.400 Euro

Termine

» Stipendium:
2 Monate, Oktober/November

» Nächster Bewerbungszeitraum:
01. März bis 30. April 2009

Stipendium 2008:
» Abgabe der Recherchevorhaben:
15. August 2008
» Einführungsveranstaltung:
25.-28. September 2008 in Berlin
» Abgabe der Erfahrungsberichte:
15. Dezember 2008

Kontakt

Deutschland
Miodrag Soric
Von-Halbergstrasse 28
53125 Bonn

E-Mail: soric(at)ijp.org

Dokumente

» Programminformationen 2008 (pdf)
» Bewerbungsbogen 2008 (pdf)