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ARTHUR F. BURNS PREIS

Der Arthur F. Burns Preis wird verliehen durch den Bundesminister des Auswärtigen und die IJP an je einen deutschen und einen amerikanischen Burns-Alumni, der im abgelaufenen Kalenderjahr in bemerkenswerter und herausragender Weise, unter Berücksichtigung besonderen journalistischen Könnens, einen Beitrag zur politischen, wirtschaftlichen oder kulturellen Situation des jeweiligen Partnerlandes oder zu den transatlantischen Beziehungen veröffentlich hat.

Der Jury des Arthur F. Burns Preises gehören die Journalisten Claus Strunz (Bild am Sonntag) und Dominik Wichmann (Süddeutsche Zeitung) sowie Dr. Frank-Dieter Freiling (ZDF) und Dr. Anna Prinz (Auswärtiges Amt) an.

Arthur F. Burns Preis 2006

Der 2006 mit 2.000 Euro dotiert Preis für den besten deutschen Beitrag geht an Dr. Markus Günther, Korrespondent der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in Washington, für den Beitrag „Kriege ohne Sieger“, veröffentlicht am 8. August 2006 in der Badischen Zeitung und anderen deutschen Zeitungen.  Günther warnt in seinem Beitrag militärisch überlegene Staaten vor den Gefahren militärischer Erfolge. Die Annahme, schnelle militärische Erfolge erzielen zu können, führe dazu, das auch von militärisch weit unterlegenen Gegnern ausgehende Risiko zu unterschätzen. Dies ist, spätestens seit Vietnam, nicht neu. Günther jedoch zeigt auf, dass die moderne „asymetrische Kriegsführung“ weit über Guerillataktik hinausgeht, alle, auch zivile Lebensbereiche in Kriegshandlungen einbezieht und damit schnell zu einem unkalkulierbaren Risiko wird. Das erwartete schnelle Kriegsende wird verhindert, der militärische Sieg insgesamt unmöglich. Die Kriegsziele bleiben unerreichbar. Auch wenn sich Günther auf jüngste militärische Auseinandersetzungen im Irak, Afghanistan und Libanon bezieht, drückt seine These eine europäische Erfahrung aus, die letztendlich zur europäischen Einigung im vergangenen Jahrhundert geführt hat. Zudem ist die transatlantische Debatte derzeit wesentlich durch Fragen der militärischen Überlegenheit geprägt. Der Beitrag stellt auch einen interessanten Versuch einer Versachlichung dieser Debatte aus europäischer Sicht dar.

Lobend erwähnen möchte die Jury die gemeinsam geschriebenen, dreiteilige Artikelserie des deutschen Journalisten Dr. Ranty Islam Deutsche Welle, und der US-Journalistin Crista Case, Christian Science Monitor,zur Entwicklung der Treibhausdebatte und der Emissions-Problematik auf beiden Seiten des Atlantiks, veröffentlicht in Spiegel Online am 9. August 2006.

Die Jury hat zudem entschieden, dass der mit ebenfalls 2000 Euro dotierten Preis für den besten amerikanischen Beitrag in diesem Jahr nicht verliehen wird.

Arthur F. Burns-Preise 2005

Der 2005 mit 2.000 Euro dotiert Preis für den besten deutschen Beitrag geht zu gleichen Teilen an Susanne Gieffers, Redakteurin der Tageszeitung in Bremen, und an Fabian Mohr, Online-Redakteur des Bayerischen Rundfunks. Susanne Gieffers arbeitete im August und September des vergangenen Jahres als Burns Fellow in Minneapolis und berichtete während dieser Zeit unter dem Titel „Neuneinhalb Wochen“ in der „Tageszeitung“ in neun Kolumnen vergleichend über Minneapolis und Bremen. Die Jury fand den Versuchen bemerkenswert, den taz-Lesern mittels einer regelmäßigen Kolumne die Probleme der Großstadt Minneapolis  und die Parallelen zu Bremen aufzuzeigen, sei es mit Blick auf den Tourismus, Verkehrsführung, Parteiendisput oder Friedensbewegung. Eingebunden wird dies in Analysen zur amerikanischen politischen Landschaft, sowie vergleichender Politikbetrachtung. Fabian Mohr wird ausgezeichnet für seinen multimedialen Zugang der Berichterstattung über das große Kunstfestival „Burning Man“, das jährlich in der Wüste Nevadas Zehntausende anzieht. Sowohl für BR-Online.de als auch den Internetauftritt der amerikanischen Gastredaktion Mercurynews.com berichtete Mohr kontinuierlich über zwei Wochen im August 2005 multimedial mittels ausgesprochen kurzweiliger Texte und bemerkenswerter Photographien, kombiniert in den Internetauftritten mit einspielbaren und abrufbaren Radio- und Filmbeiträgen und bringt so den deutschen wie amerikanischer Netznutzern dieses ungewöhnliche Happening in der Nähe Nevadas sehr nahe.

Lobend erwähnen möchte die Jury Kerstin Kohlenberg, die mit ihrem Beitrag „Alles auf eine Karte“, erschienen am 4. Mai 2005 in „Die Zeit“, hundert Jahre Las Vegas analysiert. In Ihrem hervorragend recherchierten Artikel gelingt es Kohlenberg - präzise und spannend geschrieben – dem Leser eine Seite der Stadt zu zeigen, die dem Besucher meist verborgen bleibt.

Die Jury hat zudem entschieden, dass der mit ebenfalls 2000 Euro dotierten Preis für den besten amerikanischen Beitrag in diesem Jahr an Helen Fessenden geht. Ausgezeichnet wird ihr Beitrag „Der Hirte der Sündenböcke“, erschienen am 11. September 2005 in Tagespiegel Online. Zum Jahrestag der Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon beschreibt sie die Arbeit der US-Administration und spannt dabei einen Bogen von 9/11 bis zum Wirbelsturm Katrina. In klarer und unaufgeregter Sprache analysiert sie ausführlich und überzeugend die Handlungsmuster der US-Administration in Krisensituationen, ohne in gängige Vorurteile zu verfallen.

Lobend erwähnen möchte die Jury Karen Radziner für ihr Stück „Devora´s Stone“, ein fünfzehnminütiges Feature, ausgestrahlt in der Reihe „Living in Germany“ von DW Radio am 19. Januar 2005. In der Geschichte begleitet die Journalistin aus Encino, Kalifornien, eine junge Amerikanerin aus Los Angeles auf ihrer Reise nach Deutschland auf den Spuren des Urgroßvaters, der als Jude in Berlin 1941 Selbstmord beging.

Arthur F. Burns Preis 2004

Der 2004 mit US$ 1.000 dotierte Arthur F. Burns Preis für den besten deutschen Beitrag geht an Dr. Robin Mishra für seine während des Burns Fellowship im Spätsommer und Herbst 2004 entstandene Reihe „Mein Wahlkampftagebuch“, die in loser Folge in fast zwanzig Episoden, ergänzt durch Kommentare und ausführliche Portraits der beiden Kandidaten, im Rheinischen Merkur veröffentlicht wurden. Mishra, Berliner Korrespondent des Wochenblattes und während des vergangenen Sommers bei der Chicago Tribune tätig, gelingt hier ein vielschichtiges und weitreichendes Bild der innenpolitischen Situation der Vereinigten Staaten in den Monaten unmittelbar vor den Präsidentschaftswahlen. Sie lassen den Leser facettenreich und gut informiert teilhaben an den Diskussionen und Sachthemen, aber auch an den Emotionen und Widersprüchen dieses Wahlkampfes.

Lobend erwähnen möchte die Jury Lennart Paul, für seine wöchentliche, achtteilige Kolumne „Die Straßen von San Francisco“, erschienen in der Berliner Morgenpost im August und September 2004. Der Redakteur im Ressort Stadtleben beschreibt in der Serie so unterschiedliche Themen wie Schamgrenzen, den St.-Andreas-Graben, Beatniks, Innere Sicherheit, aber auch seine Sehnsucht nach Berlin und lässt so Vignetten des Lebens der amerikanischen Westküste lebendig werden.

Die Jury hat zudem entschieden, dass der Burns-Preis für den besten amerikanischen Beitrag in diesem Jahr nicht vergeben wird, da viele gute Beiträge eingereicht wurden, jedoch keiner in besonders herausragender Weise, auch im Vergleich zu den deutschen Preisträgern, zu würdigen war.

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