Zum achten Mal haben die Internationalen Journalisten-Programme (IJP) ihr Deutsch-Südliches Afrika-Journalistenstipendium für das Jahr 2008 ausgeschrieben. Die Auswahl ist erfolgt.
Bis zu sechs Journalisten aus den SADC-Staaten (Angola, Botswana, Dem. Republik Kongo, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mozambique, Namibia, Südafrika, Swaziland, Tansania, Sambia, Zimbabwe) werden im Juni/Juli 2008 in Deutschland bei einem Medium ihrer Wahl arbeiten und außerdem Beiträge für ihre Heimatredaktion anfertigen.
Daran anschließend wird im August/September 2008 bis zu fünf jungen deutschen Journalisten die Möglichkeit geboten, bei einem Medium im südlichen Afrika (SADC-Staaten) zu arbeiten und selbständig Geschichten zu recherchieren.
Das Stipendien-Programm gehört zu den jüngeren Initiativen der IJP. Das Programm wird von privaten Förderern sowie aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Das Programm beginnt Ende Mai 2008 mit einer mehrtägigen Einführungskonferenz in Berlin (27. Mai – 31. Mai 2008), an der die afrikanischen Stipendiaten sowie die deutschen Kollegen teilnehmen. Daran schließt sich der Arbeitsaufenthalt für die afrikanischen Journalisten in einer deutschen Redaktion und eigene Rechercheaktivitäten in der Region an. Im August und September haben die deutschen Teilnehmer die Möglichkeit, im südlichen Afrika als Gastredakteur und Korrespondent auf Zeit zu recherchieren. Bei der Suche nach einer Partnerredaktion unterstützen die IJP bei Bedarf die Stipendiaten.

“Mir geht es um Mitmenschlichkeit in dieser einen Welt, um das Bewusstsein des aufeinander Angewiesenseins. Und ja, es geht mir auch um Moral und einen Weltethos. Wir müssen Fragen der sozialen Gerechtigkeit immer mehr im globalen Maßstab diskutieren, nicht allein im nationalen”, sagt Bundespräsident Horst Köhler.
2005 hat Bundespräsident Horst Köhler gemeinsam mit der ZEIT-Stiftung die Initiative „Partnerschaft mit Afrika“ ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative: den Dialog zu fördern und die üblichen Katastrophen-Klischees zu überwinden sowie ein Forum für frische Ideen zu schaffen.
Auch das Deutsch-Südliches Afrika Journalisten-Programm will den Austausch zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika verstärken. 2006 haben u. a. Redakteure der Süddeutschen Zeitung, der Welt am Sonntag, der Cape Times und der unabhängigen zimbabwischen Nachrichtenagentur zimonline news das Programm absolviert. Sie haben hautnah den G8-Gipfel in Heiligendamm miterlebt und die Versprechen für den afrikanischen Kontinent gehört.
Denn trotz G8-Beteuerungen und vielen Initiativen gerät der afrikanische Kontinent zunehmend in den Hintergrund der öffentlichen Wahrnehmung. Selbst ein gesellschaftlich spannendes und wirtschaftlich dynamisches Land wie Südafrika findet nur noch begrenztes mediales Interesse. Hier setzt das IJP-Programm an und möchte vielversprechende junge Journalisten aus Deutschland für die Chancen und Herausforderungen Afrikas sensibilisieren. Sie sollen den afrikanischen Kontinent erkunden, die Lebensfreude und den Optimismus der Menschen erleben. Das Programm der IJP versucht, Afrika stärker in den Fokus zu bringen und mehr originelle Geschichten über den vergessenen Kontinent in deutschen Medien zu platzieren.
Darüberhinaus bekommen die Journalisten einen Überblick über Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sowie einen Einblick in das journalistische Tagesgeschäft des Gastlandes. Neben der eigenen Recherche sollen auch der Kontakt zu einheimischen Kollegen und die Erfahrung des journalistischen Arbeitens in einem fremden Umfeld befördert werden.
Das Stipendium ist mit einer einmaligen Zahlung von 3.000,- Euro verbunden. Dieser Betrag soll Reisekosten, Verpflegung und Unterkunft zum Teil abdecken. Ein Eigenbeitrag der Stipendiaten wird erwartet. Die journalistische Tätigkeit vor Ort wird nicht vergütet.
Bewerben kann sich jeder deutsche Journalist zwischen 25 und 35 Jahren, der als Redakteur, Volontär oder regelmäßiger Mitarbeiter für eine Zeitung, eine Zeitschrift, einen Hörfunk- oder Fernsehsender oder eine Nachrichtenagentur tätig ist. Überdurchschnittliche Englischkenntnisse sind Bedingung. Zudem wird erwartet, dass sich deutsche und afrikanische Stipendiaten bei der Wohnungs- und Kontaktsuche unterstützen. Transport, Unterkunft und eventuell erforderliches Equipment im südlichen Afrika müssen die Teilnehmer selbst organisieren. Nach ihrer Rückkehr müssen sie einen mehrseitigen Erfahrungsbericht und Kopien ihrer entstandenen Berichte einreichen.
Interessenten werden gebeten, ihre Unterlagen per Post (keine E-Mails oder Einschreiben) zwischen dem 1. Dezember 2008 bis zum 31. Januar 2009 an folgende Adresse zu senden:
IJP - Deutsch-Südliches Afrika Journalisten-Programm
c/o Deutsche Welle
Marco Vollmar
Kurt-Schumacher-Str.3
D-53113 Bonn
Fragen gerne per E-Mail an: vollmar(at)ijp.org
Der schriftlichen Bewerbung sind ein tabellarischer Lebenslauf, ein Passbild und eine einseitige Ausarbeitung mit Rechercheplänen beizufügen. Die Recherchepläne sollen mögliche Beitrags-, Berichts- oder Reportage-Themen aufzeigen, die bestmöglich bereits mit der Heimatredaktion abgesprochen sind.
Außerdem werden zwei schriftliche Arbeitsproben (keine Kassetten, sondern Manuskripte) sowie ein Gutachten des Redaktionsleiters oder Chefredakteurs verlangt, das die Bewerbung unterstützt und die Freistellung für die Zeit des Stipendiums sicherstellt. Freie Journalisten müssen ein Zeugnis ihres Hauptabnehmers beifügen. Die ausgewählten Stipendiaten werden Ende März 2009 benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die IJP fördern mit ihren Auslandsstipendien die beruflichen und persönlichen Verbindungen von Journalisten. Insgesamt haben seit 1988 rund 1.600 Journalisten aus über 40 Staaten an den Programmen der IJP teilgenommen, davon rund die Hälfte aus Deutschland.
Das weltweite Alumni-Netzwerk der IJP ist in seiner Art einmalig. Der Austausch der ehemaligen Stipendiaten ist ein wichtiges Ziel der IJP, das durch regelmäßige Veranstaltungen und Rundbriefe gefördert wird. Die Alumni des Deutsch-Südliches Afrika-Journalisten-Programms werden per E-Mail über die Entwicklung des Programms informiert und zu Treffen in Deutschland und Südafrika eingeladen.
Höhepunkte der jährlichen Alumni-Arbeit der IJP sind die IJP-Alumni-Konferenz sowie das Arthur-F. Burns Dinner.
Das Südliches Afrika-Programm der IJP kooperiert mit MISA - Media Institute for Southern Africa.
Eine Auswahl von Partnermedien im Südlichen Afrika der vergangenen Jahre:
Dem. Republik Kongo: Radio Nationale Congolaise
Lesotho: Public Eye Newspaper
Malawi: Zodiak Broadcasting Station (ZBS)
Mozambique: Radio Mocambique
Zambia: The Post Newspaper, Zambia National Broadcasting Station
Südafrika: SABC, e-tv, The Star, Business Day, Business Report, Bush Radio, Daily News, Mail&Guardian, Pretoria News, Sunday Times, Cape Argus, Cape Times, Democracy Radio Idasa.
Zimbabwe: Zimonline News Agency
Bisherige deutsche Partnermedien waren: ARD-Aktuell, Associated Press, BILD-Zeitung, Deutsche Welle, Deutschlandradio, Elmshorner Nachrichten, Financial Times Deutschland, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Handelsblatt, N24, RBB, RTL, Stuttgarter Nachrichten, SPIEGEL, Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel, die tageszeitung, Welt am Sonntag.

Wie jedes der einzelnen IJP-Programme ist auch das Deutsch-Südliche Afrika-Journalisten-Programm Jahr für Jahr auf die Unterstützung durch staatliche und private Partner in ideeller und finanzieller Form angewiesen.
Schirmherren sind die jeweils amtierenden Botschafter beider Staaten, derzeit:
Moses Chikane
Dieter W. Haller.
Hauptgeldgeber des Programms ist das Auswärtige Amt.
Darüber hinaus erhält das Deutsch-Südliche Afrika-Journalistenstipendium von einem kleinen Kreis Förderer finanzielle Unterstützung:
Boehringer Ingelheim
Commerzbank AG
InWEnt GmbH - Internationale Weiterbildung und Entwicklung
ZEIT-Stiftung
Außerdem dankt das Deutsch-Südliche Afrika-Programm für wichtige Unterstützung:
SAFRI - Südliches Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft
DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag
Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika
MISA - Media Institute for Southern Africa
Die IJP danken allen Förderern und ideellen Partnern für ihre große Unterstützung und ihr Vertrauen in das Deutsch-Südliche Afrika-Programm.
» Gründung: 1998
» Zielgruppe: Journalisten im Alter von 25 bis 35 Jahren aus Deutschland und dem Südlichen Afrika (SADC-Staaten: Angola, Botswana, Dem. Republik Kongo, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mozambique, Namibia, Südafrika, Swaziland, Tansania, Sambia, Zimbabwe)
» Stipendium: 3.000,- Euro
» Stipendium:
für afrikanische Journalisten:
Juni/Juli
für deutsche Journalisten:
August/September
» Bewerbungszeitraum für 2009:
01. Dezember 2008 bis 31. Januar 2009
Stipendium 2009:
» Auswahl der Stipendiaten:
März 2009
» Benachrichtigung der Stipendiaten:
28. März 2009
» Einführungstagung in Berlin:
26. Mai - 30. Mai 2009
Deutschland
Marco Vollmar
IJP e. V.
The Southern African Bursary
Postfach 310746
10637 Berlin
E-Mail: vollmar(at)ijp.org