Deutsch-Lateinamerikanisches Journalistenstipendium

Mit dem Ziel, die Vielfalt Lateinamerikas abzudecken und ein langfristiges Interesse zu etablieren, ermöglichen die IJP seit 1997 mindesten fünf jungen deutschen und sechs lateinamerikanischen Journalisten einen zweimonatigen Arbeitsaufenthalt in spanisch- bzw. portugiesisch- und deutschsprachigen Gastredaktionen. Für die deutschen Stipendiaten kommen dabei nicht nur die neuen und alten Global Player Brasilien, Argentinien oder Mexiko in Frage. Die Länder Mittelamerikas warten - genauso wie Chile, Kolumbien - mit spannenden Geschichten aus Wirtschaft, Politik und Kultur auf, über die es in Deutschland zu berichten gilt. Zeitversetzt wird dieses Stipendium für Journalisten aus allen Ländern Mittel- und Südamerikas ausgeschrieben, die sich für eine zweimonatige Hospitanz in einer deutschen Redaktion (vornehmlich Berlin) bewerben können.

Gruppenfoto der Teilnehmer 2016
Teilnehmer 2016

Die Auswahlkommission der IJP sucht das Land und das jeweilige Gastmedium für die Stipendiaten aus. Dabei wird in jedem Falle versucht, die Wünsche des Stipendiaten zu berücksichtigen. Ebenso können die IJP versuchen, bei der Wohnungssuche im Gastland zu helfen. Es besteht die Möglichkeit der individuellen Verlängerung des Stipendiums auf drei Monate (die Stipendienzahlung jedoch erhöht sich nicht).

Das Stipendium beginnt mit einer mehrtägigen obligatorischen Einführungsveranstaltung Ende Februar in Berlin, an der alle Stipendiaten aus Lateinamerika und Deutschland teilnehmen. Unmittelbar im Anschluss an die Berliner Tagung beginnen die lateinamerikanischen Stipendiaten den zweimonatigen Arbeitsaufenthalt in ihrer deutschen Gastredaktion. Nach einem erneuten Treffen von Deutschen und Lateinamerikanern Ende April / Anfang Mai in Berlin beginnt die Praktikumszeit für die deutschen Journalisten in Lateinamerika. Sie umfasst die Monate Mai und Juni. Eine Verschiebung der Praktikumszeit ist nicht möglich.



Das Lateinamerika-Stipendium soll jungen, viel versprechenden Journalisten aus Deutschland die Möglichkeit eröffnen, sich mit einer wichtigen und zukunftsträchtigen Weltregion vertraut zu machen. In ihrem zweimonatigen Arbeitsaufenthalt sollen die Journalisten die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe der Region besser einschätzen lernen sowie einen Eindruck von der Kultur, der Lebensweise und dem Journalismus des anderen Landes erhalten.

Der Sinn des Programms ist ein doppelter: Zum einem sollen die Stipendiaten in den zwei Monaten als Gastredakteur in der jeweiligen lateinamerikanischen Redaktion mitarbeiten. Zum anderen erwarten die IJP, dass sie für ihre Heimatredaktion (oder andere deutsche Medien) als Korrespondent auf Zeit über ihr Gastland berichten und Lateinamerika zu mehr Geltung in deutschen Medien verhelfen.

Stipendienzahlung

Das Stipendium besteht aus einer einmaligen Zahlung von 3.300 Euro. Dieser Betrag versteht sich als Zuschuss, um die Aufwendungen für Reisekosten, Unterbringung und Verpflegung während des Auslandsaufenthaltes zu bestreiten. Ein Eigenbeitrag der Stipendiaten wird erwartet. Die Stipendiumsszahlung wird dabei gesplittet: Zu Beginn des Stipendiums erhalten die Teilnehmer die volle Summe abzüglich 500 Euro. Dieser Rest wird ausgezahlt, nachdem der Stipendiat den obligatorischen, mindestens dreiseitigen Erfahrungsbericht sowie Kopien aller veröffentlichten (Heim- und Gastredaktion) Artikel übergeben hat.

Logo Auswaertiges Amt

Für die lateinamerikanischen Journalisten organisiert das Auswärtige Amt zudem eine einwöchige Informationsreise durch Deutschland, die sich in den vergangenen Jahren meist als Höhepunkt des Aufenthaltes erwiesen hat. Stets wurden dabei die ostdeutschen Bundesländer besucht, während der zweite Teil der Reise in jedem Jahr in eine andere deutsche Region führt.

Bewerbung

Bewerben können sich Journalisten aus Deutschland und Lateinamerika, in der Regel zwischen 25 und 35 Jahren, die als Redakteure, regelmäßige (freie) Mitarbeiter oder Volontäre bei einem Medium tätig sind. Die Bewerber sollten über so gute Spanisch- oder Portugiesischkenntnisse verfügen, dass sie sich mit ihren lateinamerikanischen Kollegen und Interviewpartnern ohne Probleme verständigen können. Lateinamerikanische Journalisten sollten sich ebenfalls problemlos auf Deutsch verständigen können. Da nicht in allen Ländern von solchen Voraussetzungen ausgegangen werden kann, können Bewerber ohne Deutschkenntnisse diesen Mangel mit sehr guten Englischkenntnissen und einer hohen dargestellten Motivation ausgleichen. Da die Plätze für Nicht-Deutschsprachige sehr begrenzt sind, erhöht sich hier die Konkurrenz. Generell gilt: Je besser die Sprachkenntnisse, desto größer die Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung.

Der schriftlichen Bewerbung, die als EIN pdf-Dokument zu erstellen ist, sind beizufügen:

  • Ein Anschreiben mit Begründung der Bewerbung (Motivationsschreiben)
  • Ein aussagekräftiger tabellarischer Lebenslauf (inklusive Telefon, Email, Geburtsdatum) mit einem Passbild
  • Drei bis vier aktuelle schriftliche Arbeitsproben (nicht mehr!). Fernseh- und Rundfunk-Journalisten schicken ein Manuskript eines aktuellen Beitrages ein, keine Datenträger. Zusätzlich können Links, bzw. downloadlinks, beigefügt werden.
  • Ein Gutachten über den Arbeitsbereich und die journalistischen Fähigkeiten, ausgestellt vom Ressortleiter oder Chefredakteur. Freie Journalisten fügen am besten ein Gutachten ihres wichtigsten Kunden bei
  • Kurzexposés zu drei konkreten Themen, die in der Stipendienzeit im Gastland umgesetzt werden könnten ( max. 600 Zeichen pro Thema)
  • Fernsehjournalisten müssen nachweisen, wei sie in der Region selbststädnig arbeiten werden (eigene Technik, Ausleihe vor Ort, Kooperation mit Kollegen etc.). Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass das Gastmedium die Technik zur Verfügung stellt.
  • Das Gutachten soll zudem als Nachweis dafür dienen, dass die Journalisten für die Zeit ihres Lateinamerika-Aufenthaltes freigestellt werden
  • Wenn möglich ein Nachweis (Veröffentlichungen, Zeugnisse, Reisen, Sprachschulen) über die geforderten Spanisch- bzw. Portugiesisch- oder Deutschkenntnisse
  • Eine Präferenzangabe für bestimmte Länder und Medien ist möglich, kann jedoch nicht unter Garantie berücksichtigt werden
  • Die Unterlagen müssen vollständig sein, sonst hat die Bewerbung keine Chance.
  • Die Zusagen werden voraussichtlich bis Anfang November versandt, die Absagen etwas später. Bei lateinamerikanischen Bewerbern können die Bewerbungsunterlagen NICHT zurück gesendet werden
  • Nach der Rückkehr verpflichtet sich der Stipendiat, einen mindestens dreiseitigen Erfahrungsbericht sowie Kopien der von ihm veröffentlichten Beiträge vorzulegen
  • Das Einführungswochenende (Ende Februar) sowie die Abschlusstagung (Ende April) in Berlin sind für alle Stipendiaten verpflichtend. Die deutschen Stipendiaten treffen sich zu einem weiteren Programmabschluss nach ihrer Rückkehr erneut


Bewerbungsadresse

IJP Internationale Journalisten-Programme e.V.
Lateinamerikaprogramm

Peer Vorderwülbecke
vorderwuelbecke(at)ijp.org 

Alumni

Das Programm endet jedoch nicht nach dem Gastaufenthalt: Um den Kontakt unter den Stipendiatenzu fördern, werden regelmäßige Alumni-Treffen organisiert, Newsletter mit beruflichen und persönlichen Neuigkeiten verschickt und der Kontakt über Social Media Plattformen aufrechterhalten. So entsteht über die Jahre hinweg ein Journalistennetzwerk zwischen Lateinamerika und Deutschland.

Partnermedien

Eine Auswahl von Partnermedien in Lateinamerika: Reforma (Mexiko), La Nación (Costa Rica), Caretas (Peru), Espectador (Kolumbien), Mercurio (Chile), La Nación (Argentinien), El Clarín (Argentinien), Veja (Brasilien), Globo (Brasilien), Folha de Sao Paulo (Brasilien), El Nacional (Venezuela), Siglo 21 (Guatemala).

Eine Auswahl von Partnermedien in Deutschland: Deutsche Welle, Berliner Zeitung, Der Freitag, taz, Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung, Die WELT, ZDF.

Programmpartner

Wie jedes der IJP-Programme ist auch das Deutsch-Lateinamerikanische Journalistenstipendium auf die Unterstützung durch staatliche und private Partner in ideeller und finanzieller Form angewiesen. Zu den Hauptförderern gehören: