Deutsch-Lateinamerikanisches Journalistenstipendium

Die Vielfalt Lateinamerikas erkunden und ein langfristiges Interesse etablieren, das ist das Ziel des Deutsch-Lateinamerikanischen Journalistenstipendiums. Es richtet sich an junge, talentierte Journalist*innen zwischen 25 und 35 Jahren, die Lateinamerika bereits kennen oder ein aktives Interesse an dieser Weltregion haben. Kern des Programms ist ein zweimonatiger Arbeitsaufenthalt als Korrespondent*in in Lateinamerika. Die Stipendiat*innen sollen in dieser Zeit die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe in Lateinamerika besser einschätzen lernen, sowie einen Eindruck von der Kultur, der Lebensweise und des Journalismus im Gastland gewinnen.

Bei den Bewerber*innen sind traditionell Brasilien, Argentinien und Mexiko die beliebtesten Länder. Aber genauso lohnenswert sind Chile, Kolumbien, Peru oder die weiteren Länder Süd- und Mittelamerikas – inklusive Kuba. In allen finden sich erfahrungsgemäß spannende Geschichten, die deutsche Redaktionen gerne veröffentlichen.

Teilnehmer 2017 in Berlin
Teilnehmer 2017 in Berlin

Bei der journalistischen Arbeit werden die Stipendiat*innen von einer Gastredaktion im ausgewählten Land unterstützt. Vermittelt wird diese Redaktion von den deutschen Botschaften und Konsulaten in Lateinamerika, Eigeninitiative ist jedoch erwünscht. Eine gewisse Bereitschaft zur Mitarbeit in der Gastredaktion wird erwartet, Sinn des Stipendiums ist jedoch die Arbeit als Kurzzeit-Korrespondent*in, also die Berichterstattung für Medien in Deutschland. Die Stipendiat*innen sollen Lateinamerika zu mehr Geltung in deutschen Medien verhelfen.

Das Programm endet nicht nach den zwei Monaten in Lateinamerika: Es existiert ein lebendiges Alumni-Netzwerk. Dadurch werden langfristige persönliche und berufliche Kontakte zwischen den deutschen und lateinamerikanischen Stipendiat*innen gefestigt.

Bewerbungsvoraussetzungen

Bewerben können sich junge Journalist*innen aus Deutschland, die ihre Ausbildung (Studium und evtl. Volontariat/Journalistenschule) abgeschlossen und ein Interesse an Lateinamerika haben. Vorangegangene Aufenthalte in lateinamerikanischen Ländern sind in der Bewerbung von Vorteil, allerdings keine Bedingung. Die Bewerber*innen sollten zwischen 25 und 35 Jahren alt sein, in Deutschland wohnen und als Redakteur*innen oder regelmäßige (freie) Mitarbeiter*innen bereits Berufserfahrung gesammelt haben. Wer als Korrespondent*in oder Freelancer außerhalb Deutschlands arbeitet, ist von der Bewerbung in der Regel ausgeschlossen. Mitarbeitende von Behörden, PR-Agenturen oder Pressestellen können sich nicht für dieses Stipendium bewerben. Die Bewerbenden sollten über so gute Spanisch- bzw. Portugiesischkenntnisse verfügen, dass sie im Gastland Interviews führen und am Redaktionsleben teilhaben können. (Bewerber*innen aus Lateinamerika richten sich bitte ausschließlich nach der Ausschreibung auf Spanisch bzw. Portugiesisch.)

Bewerbung

Die Bewerbung erfolgt per E-Mail in Form eines (!) pdf-Dokuments direkt an die Programmkoordinatoren Sebastian Erb und Vera Freitag: latino(a)ijp.org

In diesem Bewerbungsdokument sollte enthalten sein:

  • Motivationsschreiben mit Begründung der Bewerbung (max. 2 Seiten). Darin sollte auch das gewünschte Zielland sowie eine Alternative benannt werden. Bitte angeben, wie oft man sich schon beworben hat, ein langfristiges Interesse wird von der Auswahlkommission positiv bewertet.

  • Aussagekräftiger tabellarischer Lebenslauf, inkl. Telefon, Email und Geburtsdatum.

  • Drei aktuelle schriftliche Arbeitsproben (nicht mehr). Fernseh- und Hörfunk-Journalist*innen schicken das Manuskript ihres Beitrages (bei längeren Formaten bitte nur ein einseitiges Exposé), zusätzlich können Links bzw. Downloadlinks beigefügt werden.

  • Kurzexposés zu drei konkreten journalistischen Themen, die in der Stipendienzeit im Gastland umgesetzt werden könnten (max. 600 Zeichen pro Thema).

  • Fernsehjournalist*innen müssen erklären, wie sie in Lateinamerika selbständig arbeiten werden (eigene Technik, Ausleihe vor Ort, Kooperation mit Kolleg*innen vor Ort etc.). Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass das Gastmedium die Technik zur Verfügung stellt.

  • ein Gutachten über den Arbeitsbereich und die journalistischen Fähigkeiten, ausgestellt von Ressortleitung oder Chefredaktion. Freie Journalist*innen fügen am besten ein Gutachten ihres wichtigsten Kunden bei. Das Gutachten soll zudem als Nachweis für die Freistellung während des Stipendien-Aufenthaltes dienen.

  • Nachweise (Veröffentlichungen, Zeugnisse etc.) über die geforderten Sprachkenntnisse.

  • Unvollständige Bewerbungsunterlagen werden im Auswahlprozess nicht berücksichtigt.

Ablauf

Die Bewerbungsfrist für das Deutsch-Lateinamerikanische Journalistenprogramm beginnt immer am 1. August und endet am 15. September. Die Zusagen erfolgen voraussichtlich bis Anfang November, die Absagen bis spätestens Anfang Dezember. Die Auswahlkommission sucht für die deutschen Stipendiat*innen das Gastland aus. Bei der Suche nach dem Gastmedium helfen die deutschen Botschaften und Konsulate. Eigeninitiative ist jedoch erwünscht.

Offizieller Beginn des Stipendiums ist eine mehrtägige Einführungsveranstaltung Ende Februar in Berlin, gemeinsam mit den lateinamerikanischen Stipendiat*innen. Die Teilnahme ist verpflichtend, genauso wie alle weiteren Veranstaltungen im Jahr des Stipendiums.

Für die lateinamerikanischen Stipendiat*innen beginnt im Anschluss an das Einführungsseminar die Stipendienzeit in den Berliner Gastredaktionen. Die deutschen Stipendiat*innen brechen ab dem ersten Mai zu ihrem zweimonatigen Aufenthalt nach Lateinamerika auf, zuvor findet ein zweitägiges Abschlusstreffen mit den lateinamerikanischen Stipendiat*innen in Berlin statt. Deshalb ist ein früherer Beginn der Stipendienzeit in Lateinamerika nicht möglich. Im Anschluss an die Stipendienzeit gibt es ein eintägiges Nachtreffen. Der Termin liegt meist im August oder September. Dabei wird auch die Produktion des Jahrbuchs besprochen, eine aktive Mitarbeit bei diesem Abschlussprojekt ist ausdrücklich erwünscht.

Stipendienzahlung

Das Stipendium besteht aus einer Zahlung von 3.300 Euro. Davon werden 2.800 Euro vor Reisebeginn gezahlt, 500 Euro nach Einsendung der veröffentlichten Beiträge und des Erfahrungsberichts. Das Stipendium versteht sich als Zuschuss, um die Aufwendungen für Reisen, Unterbringung und Verpflegung während des Auslandsaufenthaltes zu bestreiten. Ein Eigenbeitrag der Stipendiat*innen wird erwartet.

FAQ

Einige häufig gestellte Fragen zum Deutsch-Lateinamerikanischen Journalistenstipendium finden Sie hier. Bitte lesen Sie sich diese FAQs erst durch, bevor Sie bei weiteren Fragen die Programmkoordination kontaktieren.

Bewerbung

Welche Altersbegrenzung gibt es?
Das Austauschprogramm fördert grundsätzlich junge Journalist*innen zwischen 25 und 35 Jahren. In Ausnahmefällen kann von der Altersgrenze um ein paar Jahre abgewichen werden.

Ich arbeite bereits in einem von den IJP betreuten Ländern. Kann ich mich auch von dort aus bewerben?
Nein. Bewerber*innen für ein Stipendium, die bereits am Zielort/Zielland des Programms dauerhaft arbeiten, können nicht berücksichtigt werden.

Ich lebe in Österreich oder in der Schweiz. Kann ich mich ebenfalls bewerben?
Ja.

Wie oft kann ich mich bewerben?
Mehrfachbewerbungen sind ausdrücklich erwünscht. Sollte es jedoch nach dem dritten Anlauf nicht geklappt haben, bitten wir, von weiteren Bewerbungen abzusehen.

Kann ich auch als Freiberufler*in teilnehmen?
Ja. Das Programm richtet sich auch an freie Journalist*innen. Das Gutachten für die Bewerbung sollte vom wichtigsten Auftraggeber kommen.

Ich arbeite im Bereich Öffentlichkeitsarbeit/Public Relations, kann ich mich bewerben?
Nein. Das Programm fördert ausschließlich Journalist*innen.

Kann ich mit Kinder(n) und/oder meiner Familie am Programm teilnehmen?
Diese Frage muss für jeden Fall individuell geklärt werden und sollte mit der Programmkoordination abgesprochen werden. Das Stipendium erhöht sich im Falle einer Ausreise mit Familie nicht.

Muss ich mich für ein bestimmtes lateinamerikanisches Land bewerben?
Deutsche Bewerber sollten ein Wunschland und mindestens eine Alternative angegeben.

Ich interessiere mich für ein kleineres Land. Mindert das meine Chancen?
Nein. Wir freuen uns auch über spezielle Interessen.

Muss ich eine Bescheinigung/ein Gutachten meines aktuellen Arbeitgebers einreichen?
Ja. Für die Bewerbung ist ein Gutachten über den Arbeitsbereich und die journalistischen Fähigkeiten notwendig, ausgestellt vom Ressortleiter oder Chefredakteur. Es sollte möglichst aktuell sein. Gleichzeitig dient es Festangestellten als Freistellung für die Zeit des Austausches.

Ich bin Freelancer, muss ich dennoch ein Gutachten einreichen?
Ja. Freelancer sollten ein Gutachten ihres wichtigsten Auftraggebers einreichen. Eine Bestätigung über die Freistellung sollte dieses nur enthalten, wenn Sie fest in einer Redaktion eingebunden sind.

Welche Sprachkenntnisse brauche ich?
Deutsche Bewerber*innen sollten über so gute Spanisch- bzw. Portugiesischkenntnisse verfügen, dass sie sich mit ihren lateinamerikanischen Kolleg*innen und Interviewpartner*innen ohne Probleme verständigen können. Lateinamerikanische Bewerber*innen sollten sich ebenfalls problemlos auf Deutsch verständigen können. Sollte das nicht der Fall sein, können sie diesen Mangel mit sehr guten Englischkenntnissen und einer hohen dargestellten Motivation ausgleichen. Allerdings erhöht sich in diesem Fall die Konkurrenz, denn die Plätze für Nicht-Deutschsprachige sind sehr begrenzt.

Wie sollte ich meine Sprachkenntnisse nachweisen?
Sprachkenntnisse können durch einschlägige Dokumente nachgewiesen werden (Sprachkurs-Zertifikate, Arbeitsproben, Angaben über bereits absolvierte Auslandsaufenthalte etc.).

Welche Art von Arbeitsproben sollte ich einreichen?
Für die Bewerbung sollten nicht mehr als drei aktuelle schriftliche Arbeitsproben eingereicht werden. Fernseh- und Hörfunk-Journalisten reichen Manuskripte ihrer Beiträge ein, zusätzlich können Links bzw. Downloadlinks beigefügt werden.

Kann ich mit einer Behinderung am Programm teilnehmen?
In diesem Fall setzen Sie sich bitte möglichst früh mit der Programmkoordination in Verbindung.

Termine

Muss ich am Einführungs- und Abschlussseminar teilnehmen?
Ja. Die Termine des Einführungs- und Abschlussseminars sind für alle Programmteilnehmer*innen verpflichtend.

Kann ich den Zeitraum des Auslandsaufenthalts verschieben?
Nein, der Zeitraum für den Arbeitsaufenthalt in Lateinamerika ist für alle Programmteilnehmer*innen verpflichtend und somit nicht verschiebbar. Eine Verlängerung nach hinten ist ggf. möglich.

Unterkunft

Wo werde ich wohnen?
Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft ist Aufgabe der Stipendiat*innen. Bei Schwierigkeiten kann das Alumni-Netzwerk helfen. Die Programmkoordination gibt auf Anfrage gerne die entsprechenden Kontaktdaten weiter.


Programm

Kann ich mir das Gastmedium für meinen Arbeitsaufenthalt aussuchen?
Wünsche können in der Bewerbung gerne geäußert werden, insbesondere dann, wenn bereits im Vorfeld Kontakte zum Medium bestehen. Eine Garantie für die erfolgreiche Vermittlung zum Wunschmedium gibt es allerdings nicht.

Wer kümmert sich um mein Visum?
Alle Programmteilnehmer*innen müssen sich eigenständig informieren, ob ein Einreise- bzw. Journalistenvisum benötigt wird und sich eigenständig darum kümmern. Die Programmkoordination hilft bei Bedarf mit offiziellen Dokumenten aus (Bestätigung über die Teilnahme am Programm etc.).

Benötige ich für den Auslandsaufenthalt eine Krankenversicherung?
Ja. Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ist zwingend erforderlich und muss von den Stipendiat*innen eigenständig organisiert und schriftlich garantiert werden.

Bekomme ich vom Programm Gelder für Reisen vor Ort erstattet (etwa den öffentlichen Nahverkehr oder Bus- und Bahnreisen im Land)?
Nein. Es werden keine weiteren privaten Reisekosten erstattet. Eine Ausnahme stellt die vom Goethe-Institut organisierte Deutschlandreise für die lateinamerikanischen Stipendiat*innen dar. Hier trägt das Programm alle Kosten.

Partnermedien

Die Gastredaktionen in Lateinamerika werden jedes Jahr aufs Neue gesucht, feste IJP-Plätze existieren nicht. Bei der Suche helfen die deutschen Botschaften und Konsulate in den jeweiligen Ländern und natürlich das IJP Alumni-Netzwerk. Stipendiat*innenen können jederzeit eigene Vorschläge für Gastredaktionen einbringen.

Folgende Medien haben in den vergangenen Jahren IJP-Stipendiat*innenen aufgenommen:

Argentinien: La Nación, El Clarín

Brasilien: Globo, Folha de Sao Paulo, Veja, Radio CBN

Chile: El Mostrador, Mercurio

Costa Rica: La Nación

Guatemala: Siglo 21

Kolumbien: El Espectador, Caracol Radio

Kuba: Prensa Latina

Mexiko: Reforma

Peru: Caretas

Venezuela: El Nacional

Programmpartner

Wie jedes der IJP-Programme ist auch das Deutsch-Lateinamerikanische Journalistenstipendium auf die Unterstützung durch staatliche und private Partner in ideeller und finanzieller Form angewiesen. Zu den Hauptförderern gehören: