Deutsch-Britisches Programm
George Weidenfeld Journalistenstipendium
Deutsch-Britische Journalistenkonferenz
Programmbeschreibung
Das George Weidenfeld Journalistenstipendium ermöglicht jedes Jahr britischen und deutschen Journalisten einen Arbeitsaufenthalt im jeweils anderen Land. Die Stipendiaten arbeiten in britischen beziehungsweise deutschen Redaktionen ihrer Wahl und berichten gleichzeitig für ihre Heimatmedien. Auf diese Weise sollen die Teilnehmer die Arbeitsweisen der Medien im Gastland besser kennenlernen und einen unmittelbaren Eindruck von Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft in Großbritannien oder Deutschland gewinnen. Das Programm wurde 1995 gegründet. 2000 wurde es nach dem Londoner Verleger George Weidenfeld (The Lord Weidenfeld of Chelsea) benannt.
Zur Vorbereitung des Austauschs treffen sich die deutschen und britischen Stipendiaten vor Beginn ihres Auslandsaufenthalts zur Deutsch-Britischen Journalistenkonferenz in London. Dort haben sie die Gelegenheit, viele Alumni des Programms zu treffen und sich in Gesprächen mit Experten über aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Themen zu informieren sowie die Beziehungen beider Staaten untereinander und innerhalb der Europäischen Union zu recherchieren. Die Konferenz wurde 1986 auf Initiative vom damaligen Bundespräsidenten Dr. Richard von Weizsäcker gegründet.
Nach der Konferenz, beziehungsweise der Einführungstagung in 2011, beginnen die Arbeitsstipendien der Stipendiatinnen und Stipendiaten. Sie dauern bis Mitte Dezember.
Stipendienzahlung
Stipendiatinnen und Stipendiaten der regulären Deutsch-Britischen Journalistenprogramme erhalten von den IJP eine einmalige Zahlung von 3.300 Euro. Der Betrag soll Reisekosten, Verpflegung und Unterkunft größtenteils decken. Ein gewisser Eigenbeitrag der Stipendiaten wird erwartet. Eine Vergütung der Arbeit vor Ort ist nicht vorgesehen.
Bewerbung
Bewerben können sich britische und deutsche Journalisten im Alter von 18 bis 40 Jahren, die als Redakteure, Volontäre oder als regelmäßige freie Mitarbeiter bei deutschen oder britischen Medien tätig sind. Flüssigkeit und Sicherheit in beiden Sprachen werden vorausgesetzt. Die IJP legen besonderen Wert auf eine intensive individuelle Vorbereitung des Auslandsaufenthalts durch die Stipendiaten und suchen Bewerberinnen und Bewerber mit überzeugenden Interessen und Schwerpunkten.
Bewerber werden gebeten, die folgenden Unterlagen in englischer Sprache an die oben angegebene Adresse zu senden:
- einen Lebenslauf, tabellarisch, in dem die aktuelle Tätigkeit am Anfang steht
- eine kurze Begründung für die Bewerbung
- einen kurzen Abriss der journalistischen Pläne im Gastland (bitte nicht mehr als drei Themen)
- eine Liste der drei favorisierten Gastredaktionen (Name, Ort)
Falls schon Kontakt zu möglichen Gastredaktionen besteht und falls bereits Praktika oder freie Tätigkeiten für Redaktionen im Gastland geleistet worden sind, ist dies unbedingt anzugeben.
Außerdem bitten die IJP um:
- ein journalistisches Gutachten, ausgestellt vom Ressortleiter oder Chefredakteur (Es dient als Tätigkeitsnachweis und muss zugleich die Beurlaubung für das Stipendium sicherstellen. Das Schreiben kann in deutscher Sprache eingereicht werden.)
- ein Passbild
Das deutsch-britische Auswahlgremium setzt sich aus fünf erfahrenen deutschen und britischen Journalisten sowie ehemaligen Teilnehmern des Programms und mindestens einem Vertreter des IJP-Vorstands zusammen. Die Auswahl der Stipendiaten und Gastredaktionen erfolgt unter Ausschluss des Rechtswegs.
Alumni
Die IJP fördern mit ihren Auslandsstipendien die beruflichen und persönlichen Verbindungen von Journalisten. Insgesamt haben seit 1988 rund 1.800 Journalisten aus über 40 Staaten an den Programmen der IJP teilgenommen, davon rund die Hälfte aus Deutschland, gefolgt von Kollegen aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden.
Das weltweite Alumni-Netzwerk der IJP ist in seiner Art einmalig. Der Austausch der ehemaligen Stipendiaten ist ein wichtiges Ziel der IJP, das durch regelmäßige Veranstaltungen und Rundbriefe gefördert wird. Die Alumni der Deutsch-Britische Journalistenprogramme werden per Email über die Entwicklung des Programms informiert und zu Treffen in Deutschland und Großbritannien eingeladen. Höhepunkt des Angebots für Alumni ist das jährliche Deutsch-Britische Alumni-Dinner mit prominenten Gastrednern.
- 2000: Richard von Weizsaecker, Bundespräsident a.D. (in Berlin)
- 2001: The Lord Hurd of Westwell, ehemaliger Außenminister (in London)
- 2002: Andrew Gowers, damals Chefredakteur der Financial Times und Gründungschefredakteur der Financial Times Deutschland (in London)
- 2003: Helmut Kohl, Bundeskanzler a.D. (in Berlin)
- 2004: Thomas Middelhoff, Vorstandsvorsitzender der Karstadt Quelle AG und Verwaltungsratmitglied der New York Times; vormals Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG (in London)
- 2005: The Lord May of Oxford, damals Präsident der Royal Society (in Berlin)
- 2006: Otto Schily, damals Innenminister (in Berlin); David Schlesinger, Global Managing Editor im Medienkonzern Reuters (in London)
- 2007: David Montgomery, CEO of Mecom (in London); Hans-Werner Kilz, Chefredakteur Süddeutsche Zeitung (in Berlin)
- 2008: Alan Rudbridger, Chefredakteur, The Guardian (in London); Alexander Dibelius, Managing Director, Goldman Sachs & Co. (in Berlin).
- 2009: Festdinner zu Ehren von Lord Weidenfelds 90. Geburtstag – Neun Redner sprachen jeweils über eine Dekade aus dem Leben des Jubilars: Anthony C. Grayling, Philosoph (2010er Jahre); Lord Heseltine, Gründer von Haymarket Media, früherer brit. Innenminister und stv. Premierminister (1980er Jahre); Thomas Kielinger, London-Korrespondent der Zeitung Die Welt und Buchautor (1990er Jahre); Dr. Denis MacShane, Mitglied des Unterhauses (Labour) und früherer Europa-Minister (1970er Jahre); fünf Reden wurden von Alumni des Programms gehalten: Rob Davies (1920er/1930er Jahre), Mark Espiner (1940er Jahre), Helen Pidd (1950er Jahre), Michelle Henery (1960er Jahre), Richard Edgar (2000er Jahre)
- 2010: Lionel Barber, Editor in Chief der Financial Times, London; David Miliband, MP (in Berlin)
Partnermedien
Eine Auswahl von Partnermedien in Großbritannien der letzten Jahre: BBC Radio, BBC Television, BBC Online, The Economist, The Financial Times, The Guardian, The Independent, ITN, The News of the World, The Observer, Reuters, The Daily Mirror, The Daily Telegraph, The Sunday Telegraph, The Times, Wallpaper etc.
Bisherige deutsche Partnermedien waren: Arte, Berliner Zeitung, Deutsche Welle, Financial Times Deutschland, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Handelsblatt, Hessischer Rundfunk, Kieler Nachrichten, Mitteldeutscher Rundfunk, Norddeutscher Rundfunk, Spiegel Online, Stuttgarter Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, die tageszeitung, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Westdeutscher Rundfunk, Die Welt, ZDF etc.
Programmpartner
Wie jedes der einzelnen IJP Programme sind auch die Deutsch-Britischen Journalistenprogramme (Stipendium und Konferenz) Jahr für Jahr auf die Unterstützung durch staatliche und private Partner in ideeller und finanzieller Form angewiesen.
Schirmherren des Deutsch-Britischen Journalistenprogramms der IJP sind die jeweils amtierenden Botschafter beider Staaten, derzeit:
Simon McDonald
Georg Boomgaarden
Hauptgeldgeber des George Weidenfeld Journalistenstipendiums sind die Regierungen beider Staaten, vertreten durch
das Auswärtige Amt in Berlin und
das Foreign- and Commonwealth Office in London.
Darüber hinaus unterstützt ein kleiner Kreis von Unternehmen die Deutsch-Britischen Journalistenprogramme.
- AWD Holding, Hannover
- BP International, London
- Commerzbank AG, Frankfurt
- Deutsche Post AG, Bonn
- Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt
- Goldman Sachs Germany, Frankfurt
- Imperial Tobacco plc, Bristol
- Reemtsma, Hamburg
- WestLB, Düssseldorf
Die IJP danken allen Förderern und ideellen Partnern für ihre große Unterstützung und ihr Vertrauen in die Deutsch-Britische Journalistenprogramme.



